Ich habe lange über eine permanente Verbindung zur Außenwelt nachgedacht und bin dabei auf verschiedene Optionen gestoßen.
Iridium
Ein bewährtes System, auf dem unter anderem Garmin InReach basiert. Die Technik ist speziell für Boote konzipiert – die Hardware ist kompakt und lässt sich direkt mit 12 V Bordspannung betreiben. Mit einem Stromverbrauch von unter 2 A ist das System sehr effizient. Allerdings hat es auch seine Nachteile: Die Hardware ist mit 800–1000 Euro recht teuer und die Datenrate liegt bei lediglich ca. 3 kbit/s. Zum Vergleich: Mein erstes Modem aus dem Jahr 1991 bot 14,4 kbit/s – was gerade ausreicht, um eine WhatsApp-Nachricht oder eine einfache E-Mail (ohne Bilder) zu versenden. Die Technik ist eben schon etwas in die Jahre gekommen.
Starlink
Starlink ist ein ganz neues System. Die Standard-Hardware gibt es bereits für rund 250 Euro, und der Tarif wird monatlich über eine App gebucht – selbst ohne aktive Starlink-Verbindung ist das möglich, da das System ständig im Hintergrund mit den eigenen Services verbunden bleibt. Über diese Verbindung lässt sich dann, nach Anpassung oder Verlängerung des Tarifs, mit Geschwindigkeiten von 50–100 Mbit/s online gehen. 2024 lag der Tarif bei ca. 60 Euro pro Monat – das klingt fantastisch! Allerdings gibt es auch hier einige Nachteile:
- Der Starlink-Router ist ausschließlich für 230 V ausgelegt, sodass ein Inverter benötigt wird (es gibt allerdings Workarounds).
- Der Stromverbrauch liegt bei 100–120 W, was bei 12 V etwa 12 A entspricht – inklusive Inverter-Verlusten rechnet man eher mit ca. 15 A.
- Zudem passen sich die Tarife häufig an, sodass sie für den Verbraucher selten (wenn überhaupt) günstiger werden.
- Nicht zuletzt ist die Hardware deutlich größer als bei Iridium, weshalb sich eine feste Installation empfiehlt.
- Man liefert sich definitiv dem – meiner Meinung nach – irren E.M. aus. D.h. gezielte Desinformation und Fakenews sowie das sperren von Inhalten unliebsamer Verfasser kann natürlich jederzeit passieren (we bought this before Elon went crazy).

Insgesamt erweist sich die Starlink-Option als sehr gute Alternative. Mit den nötigen Anpassungen belaufen sich die Kosten der kompletten Hardware auf etwa 700 Euro – und man erhält eine Internetverbindung, die in puncto Leistung fast mit einer heimischen Verbindung mithalten kann. Die Kinder haben das System unter Segelbedingungen getestet und waren begeistert – das will was heißen 😉 !
Installation
Für meine permanente Internetverbindung auf dem Boot habe ich mich entschieden, die Starlink-Antenne am Heck zu montieren – idealerweise auf einer Halterung, über die das Kabel ins Innere geführt werden kann (vorbei am Dieseltank, durchs Badezimmer bis hin zum Salon, wo der Router platziert wird).

Befestigung und Kabelmanagement
Ich habe eine Edelstahlstange mit Befestigungsösen beim Fachmann bestellt. Das Kabel läuft durch eine SCANSTRUT DS21-Kabeldurchführung mit Edelstahlabdeckung. Wichtig: Der Stecker bleibt durchgängig angeschlossen, sodass ein Durchtrennen vermieden wird – ein Schnitt würde die geschirmten und verdrillten Adern beschädigen und die Übertragung erheblich beeinträchtigen.





Stromversorgung und Spannungswandlung
Der Starlink-Router ist im Wesentlichen eine Kiste mit zwei Anschlüssen (230 V und Starlink-Kabel). Im Computernetzwerkbereich arbeitet man meist mit niedrigeren Spannungen (häufig 12 V oder sogar 5 V bei USB). Mich stören die mehrfachen Spannungsumwandlungen in diesem System:
- Von der 12 V-Batterie über einen Umformer zu 230 V
- Im Router werden dann 48 V für die Antenne und 5 V für das Ethernet erzeugt
Diese Umwandlungen verursachen unnötig hohen Stromverbrauch – idealerweise sollte man diesen Prozess vereinfachen.
Lösungsansätze für die Spannungsproblematik
Meine Recherche ergab zwei Optionen:
- Yaosheng (Fernostprodukt):
Ein dazwischengeschaltetes Gerät, das über die Herstellerseite erhältlich ist. Es gibt zahlreiche Bewertungen und Videos, und es funktioniert anscheinend zuverlässig – allerdings kostet es rund 200 Euro. - EDUP (Amazon-Variante):
Dieses Set besteht aus drei Komponenten und erfordert etwas Schraubarbeit. Bislang gibt es (Stand 2024) noch wenige Bewertungen, aber es kostet etwa 80 Euro.
Ich habe mich für die EDUP-Lösung entschieden, da sie problemlos zurückgesendet werden kann, falls sie nicht funktioniert, und zudem keine Zollprobleme verursacht. Der Preis war für mich dabei nicht entscheidend.

Bestellte Komponenten:
- Ethernet Power Connector for Starlink Antenna
- Ethernet Router with Fallback Option (WLAN Access Point and SIM Card)
- Power Supply: 12V to USB-C for operating the router
Folgendes Bild zeigt den schematischen Aufbau.

Alternative Produkte können ebenfalls ihren Zweck erfüllen, aber mir gefallen die Einstellungsmöglichkeiten und die übersichtliche Benutzeroberfläche des gewählten Routers und eben die Möglichkeit alles zurück zu senden.
Alles fertig, Kinder schauen einen Film, Eltern gehen in den BeachClub 😉

Wichtig: dies ist lediglich eine Beschreibung wie ICH es gemacht habe, jeder muss selber entscheiden ob sie/er sich die Arbeiten zutraut. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der dargestellten Inhalte. Wir sind nicht Haftbar für die Fehler die aufgrund von Fehlern in der Dokumentation bzw. beim replizieren der Inhalte entstehen. Ebenfalls sind wir nicht haftbar für ggf. entstehende Folgeschäden.